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Kündigungsfrist Mietvertrag: Wie Sie in Deutschland richtig kündigen

Von Recording Law Redaktionsteam12 Min. Lesezeit
Kündigungsfrist Mietvertrag: Wie Sie in Deutschland richtig kündigen

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Kündigungsfrist muss ein Mieter einhalten, um einen deutschen Mietvertrag zu beenden?

Eine feste Frist von drei Monaten nach § 573c BGB, unabhängig davon, wie lange das Mietverhältnis schon besteht. Eine bis zum dritten Werktag eines Monats zugegangene Kündigung beendet das Mietverhältnis mit Ablauf des übernächsten Monats.

Wird die Kündigungsfrist des Mieters länger, je länger er schon dort wohnt?

Nein. Nur die Kündigungsfrist des Vermieters verlängert sich mit der Wohndauer, auf sechs Monate nach fünf Jahren und auf neun Monate nach acht Jahren. Die Frist des Mieters selbst bleibt bei jeder Wohndauer bei drei Monaten.

Kann ein deutscher Vermieter einen Mietvertrag einfach nicht verlängern?

Bei einem gewöhnlichen unbefristeten Mietverhältnis nicht. § 573 BGB verlangt, dass der Vermieter ein berechtigtes Interesse hat, am häufigsten einen echten Eigenbedarf, eine erhebliche Pflichtverletzung des Mieters oder eine echte Blockade der wirtschaftlichen Verwertung der Immobilie, und diesen Grund im Kündigungsschreiben nennt.

Ab welchem Mietrückstand kann ein Vermieter fristlos kündigen?

Nach §§ 543 und 569 BGB in der Regel ab einem Rückstand von einer Monatsmiete über zwei aufeinanderfolgende Fälligkeitstermine, oder zwei Monatsmieten über einen längeren Zeitraum. Ein gesonderter Auslöser greift, wenn der Mieter mit der Kaution selbst um mehr als zwei Monatsmieten in Verzug gerät.

Wird meine Kündigung aufgehoben, wenn ich meine Mietrückstände rechtzeitig nachzahle?

Die Zahlung innerhalb der Schonfrist heilt eine fristlose Kündigung wegen Rückständen. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2024 heilt sie jedoch keine gleichzeitig ausgesprochene ordentliche Kündigung wegen derselben Rückstände, sodass beide Kündigungen gesondert behandelt werden müssen.

Kann ich in meiner Wohnung bleiben, wenn der Verlust für mich eine echte Härte wäre?

Gegenüber einer ansonsten wirksamen ordentlichen Kündigung ja, Sie können nach § 574 BGB Härtewiderspruch einlegen, grundsätzlich mindestens zwei Monate vor Beendigung des Mietverhältnisses. Dieser Widerspruch steht nicht gegenüber einer wirksamen fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund wie erheblichen Rückständen zur Verfügung.

Muss eine Kündigung schriftlich erfolgen?

Ja. § 568 BGB verlangt für jede Kündigung, egal ob vom Mieter oder vom Vermieter, die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift, und verpflichtet den Vermieter, den Mieter über die Möglichkeit, Form und Frist eines Härtewiderspruchs zu informieren.

Quellen und Referenzen

  1. § 573c BGB, Fristen der ordentlichen Kündigung(gesetze-im-internet.de).gov
  2. § 573 BGB, Ordentliche Kündigung des Vermieters(gesetze-im-internet.de).gov
  3. § 568 BGB, Form und Inhalt der Kündigung(gesetze-im-internet.de).gov
  4. § 543 BGB, Außerordentliche fristlose Kündigung aus wichtigem Grund(gesetze-im-internet.de).gov
  5. § 569 BGB, Außerordentliche fristlose Kündigung von Wohnraummietverhältnissen(gesetze-im-internet.de).gov
  6. § 574 BGB, Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung(gesetze-im-internet.de).gov
  7. § 574b BGB, Form und Frist des Widerspruchs(gesetze-im-internet.de).gov
  8. Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.10.2024, VIII ZR 106/23(bundesgerichtshof.de).gov
  9. Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet portal (BGB)(gesetze-im-internet.de).gov
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