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Testament schreiben in Deutschland: Formvorschriften nach § 2247 BGB

Von Recording Law Redaktionsteam15 Min. Lesezeit
Testament schreiben in Deutschland: Formvorschriften nach § 2247 BGB

Häufig gestellte Fragen

Gilt ein maschinengeschriebenes Testament in Deutschland als wirksam?

Nein. Ein am Computer oder auf der Schreibmaschine geschriebenes Testament erfüllt § 2247 BGB nicht, auch wenn der Testierende es handschriftlich unterschreibt. Der gesamte Text muss von Hand geschrieben und unterschrieben sein, oder das Testament muss stattdessen als öffentliches Testament nach § 2232 BGB vor einem Notar errichtet werden.

Muss ich mein eigenhändiges Testament datieren?

Die Datierung wird nach § 2247 Abs. 2 BGB empfohlen, ist aber nicht streng vorgeschrieben, und § 2247 Abs. 5 BGB erhält die Wirksamkeit, wenn sich das Datum anderweitig nachweisen lässt. Das praktische Risiko, darauf zu verzichten, liegt darin, dass sich nach § 2258 BGB bei widersprechenden Testamenten nur das spätere durchsetzt, wenn es tatsächlich als das spätere identifiziert werden kann.

Kann ein Sechzehnjähriger in Deutschland ein Testament errichten?

Ja, ab Vollendung des 16. Lebensjahres nach § 2229 BGB, jedoch nur in notarieller Form. § 2233 Abs. 1 BGB beschränkt einen Minderjährigen darauf, seinen Willen einem Notar zu erklären, und schließt die eigenhändige Form bis zur Volljährigkeit vollständig aus.

Was ist ein Berliner Testament, und warum ist es riskant?

Es ist ein gemeinschaftliches Testament, in dem sich Ehegatten gegenseitig als Erben einsetzen und ihre Kinder als Erben des zweiten Todesfalls bestimmen. Sobald ein Ehegatte verstirbt, binden §§ 2270 und 2271 BGB den Überlebenden in der Regel an diese Verfügungen, sodass er die benannten Kinder nicht einfach nachträglich enterben kann, was Paare überrascht, die es Jahrzehnte zuvor unterschrieben haben, ohne diese Einschränkung zu erwarten.

Kann ein Testament den Pflichtteil eines Kindes beseitigen?

Ein Testament kann ein Kind als Erben leer ausgehen lassen, es kann jedoch dessen Pflichtteil nach § 2303 BGB nicht beseitigen. Das Kind hat weiterhin einen Geldanspruch gegen die Erben in Höhe der Hälfte seines gesetzlichen Erbteils, es sei denn, einer der engen Gründe für eine Pflichtteilsentziehung nach §§ 2333 ff. BGB liegt vor.

Was passiert, wenn ich mein Testament nirgends registriere?

Das hängt vollständig davon ab, dass jemand es findet. Die Hinterlegung eines eigenhändigen Testaments beim Amtsgericht nach § 2248 BGB und die Registrierung im Zentralen Testamentsregister nach § 78c BNotO bedeuten, dass das zuständige Nachlassgericht automatisch benachrichtigt wird, sobald ein Sterbefall gemeldet wird, statt sich darauf zu verlassen, dass Angehörige ein zu Hause aufbewahrtes Dokument finden.

Was unterscheidet einen Erben von einem Vermächtnisnehmer nach deutschem Recht?

Ein Erbe tritt in die vollständige rechtliche Stellung des Erblassers ein, Schulden eingeschlossen, und wird Miteigentümer des gesamten Nachlasses. Ein Vermächtnisnehmer hat nur einen persönlichen Anspruch gegen die Erben auf den im Testament bestimmten Gegenstand oder Betrag und haftet in dieser Eigenschaft nicht für Nachlassschulden.

Erspart ein notarielles Testament den Erbschein?

Oft ja. Nach § 35 GBO kann ein Grundbuchamt ein notarielles Testament zusammen mit der gerichtlichen Eröffnungsniederschrift anstelle eines Erbscheins akzeptieren, sofern es keinen konkreten Anlass hat, an der nachgewiesenen Erbenstellung zu zweifeln, was bei einem Nachlass mit Grundvermögen echte Zeit und Kosten sparen kann.

Quellen und Referenzen

  1. § 2229 BGB, Testierfähigkeit Minderjähriger(gesetze-im-internet.de).gov
  2. § 2232 BGB, Ordentliches öffentliches Testament(gesetze-im-internet.de).gov
  3. § 2247 BGB, Eigenhändiges Testament(gesetze-im-internet.de).gov
  4. § 2248 BGB, Besondere amtliche Verwahrung(gesetze-im-internet.de).gov
  5. § 2253 BGB, Widerruf des Testaments(gesetze-im-internet.de).gov
  6. § 2255 BGB, Widerruf durch Vernichtung der Testamentsurkunde(gesetze-im-internet.de).gov
  7. § 2258 BGB, Aufhebung des früheren Testaments durch das spätere(gesetze-im-internet.de).gov
  8. § 2265 BGB, Gemeinschaftliches Testament der Ehegatten(gesetze-im-internet.de).gov
  9. § 2269 BGB, Gegenseitige Einsetzung, Schlusserbeneinsetzung(gesetze-im-internet.de).gov
  10. § 2270 BGB, Wechselbezügliche Verfügungen(gesetze-im-internet.de).gov
  11. § 2271 BGB, Widerruf, Anfechtung, Rücktritt(gesetze-im-internet.de).gov
  12. § 2197 BGB, Ernennung des Testamentsvollstreckers(gesetze-im-internet.de).gov
  13. § 78c BNotO, Zentrales Testamentsregister(gesetze-im-internet.de).gov
  14. § 35 GBO, Erbnachweis gegenüber dem Grundbuchamt(gesetze-im-internet.de).gov
  15. § 2233 BGB, Sonderfälle des notariellen Testaments(gesetze-im-internet.de).gov
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